WARUM MACHT UNS LUFTVERSCHMUTZUNG KRANK?

Kerstin Klement

Einatmen. Ausatmen. Ganz natürlich. Ganz automatisch. Aber was, wenn atmen krank macht?

Mit Corona und dem gefühlten Stillstand der Erde steht auch der Verkehr still. Die Flugzeuge bleiben am Boden, Schiffe im Hafen, Tankstellen bleiben auf ihrem Treibstoff sitzen und jeder, der kann, bleibt zuhause. Die Auswirkungen zeigen sich schon nach wenigen Tagen: Satellitenbilder zeigen weniger verschmutzte Luft, Smog nimmt ab, die Welt atmet auf.

Die Luft, die wir atmen

In Österreich sind wir mit klarer Luft gesegnet, ein großer Teil der Weltbevölkerung hat diesen Luxus nicht. Die Luftqualität in verschiedenen Regionen der Erde unterscheidet sich zum Teil sehr stark. Sehr dicht besiedelte Länder wie Indien und China haben hier große Probleme. Die Ursachen sind vielfältig: Die Verbrennung von fossilen Brennstoffen wie Kohle oder Öl, auch Industrieabgase, der Kohleabbau sowie giftige Chemikalien, die in Landwirtschaft, Bekleidungsindustrie oder auch Privathaushalten verwendet werden, beeinträchtigen die Luft, die wir täglich atmen.

Zusätzlich gilt: je ärmer ein Land, desto höher ist die Luftverschmutzung. Denn viele Arbeiten werden mittlerweile in Entwicklungsgebiete ausgelagert, wo Billigarbeitskräfte gesundheitsschädliche Arbeitsbedingungen für einen Hungerlohn hinnehmen müssen. Doch welche Gefahr stellt die Luftverschmutzung für den Menschen und seine Gesundheit überhaupt dar?

Gesundheitliche Folgen

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) nennt Luftverschmutzung als eine der zehn größten Bedrohungen für die öffentliche Gesundheit. Das menschliche Atmungsorgan ist nicht in der Lage, giftige Substanzen aus der Luft zu filtern und nur Sauerstoff aufzunehmen. Das heißt, wir atmen auch Giftstoffe ein, die sich dann in unseren Atmungsorganen ablagern – und den Körper nachweislich schädigen können.

Die Zunahme von Luftverschmutzung fördert Krankheiten wie Schlaganfälle, Herzkrankheiten, Lungenkrebs, chronische Bronchitis und akute Infektionen der Atemwege. Nach Daten der WHO sterben jährlich etwa 7 Millionen Menschen weltweit vorzeitig an den Folgen von Luftverschmutzung.

Auch die Gesundheit der Erde leidet

Es ist dringend notwendig, die Regeln für Luft- und Umweltverschmutzung strenger zu regeln. Die Luftverschmutzung beeinflusst auch in großem Maße das Klima auf unserer Erde. Viele jener Quellen, die die Luft verschmutzen, setzen auch sehr viel CO2- Emissionen frei. Verkehr, Energie- und Wärmeerzeugung, Landwirtschaft, Industrie und Müllverbrennung sind hier die großen Themen. Wenn wir es also schaffen, zum Beispiel durch die Energie- und Mobilitätswende, die Luftverschmutzung zu reduzieren, könnte das viele Krankheiten vorbeugen, Menschenleben retten und zugleich die Klimaerwärmung positiv beeinflussen. Unsere eigene Gesundheit und jene des Planeten gehen hier Hand in Hand.

Was kannst du selbst für saubere Luft tun?

  • Öffentliche Verkehrsmittel und das Rad dem Auto vorziehen
  • Flugreisen reduzieren
  • Energieverbrauch einschränken
  • auf Ökostrom setzen
  • Heizen: alte Öl-, Holz- oder Kohleöfen auswechseln
  • Müll reduzieren
  • Wenig oder gar kein Fleisch essen
  • Lokale, saisonale und biologische Lebensmittel bevorzugen

Quelle: Weltgesundheitsorganisation: https://www.who.int/health-topics/air-pollution#tab=tab_1 (zuletzt eingesehen am 22.04.2020).

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